06.Dezember 2016

Betäubungslose Ferkelkastration: Dramatische Folgen

Nach den Vorgaben des Tierschutzgesetzes ist ab dem 1. Januar 2019 die betäubungslose...

Nach den Vorgaben des Tierschutzgesetzes ist ab dem 1. Januar 2019 die betäubungslose Kastration von Ferkeln in Deutschland verboten. In einer gemeinsamen Stellungnahme hat das Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg (LSZ) zusammen mit der Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume Schwäbisch Gmünd (LEL) und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) eine Folgenabschätzung auf die Schweinehaltung in Süddeutschland vorgenommen.

Darin heißt es auszugsweise:

Selbst unter der Annahme, dass ausländische Anbieter von Ferkeln, Mastschweinen oder Schweinefleisch die gleichen Auflagen einhalten müssen wie deutsche Erzeuger, wenn sie Ware im QS-System liefern wollen und die Ferkelerzeugerbetriebe die Zusatzkosten über höhere Ferkelpreise zumindest größtenteils erstattet bekämen, würde für rund 15 Prozent der bayerischen und 11 Prozent der baden-württembergischen Schweine alternative und v. a. günstigere Bezugsquellen von Ferkeln oder Schlachtschweinen bzw. Schweinefleisch im Ausland, d.h. durch Import, gesucht werden. Als Folge könnten auch entsprechend weniger süddeutsche Ferkel abgesetzt werden, was zu entsprechenden Betriebsaufgaben führt.

Wird davon ausgegangen, dass ausländische Anbieter von Ferkeln, Mastschweinen oder Schweinefleisch weiterhin keine Kastration unter Betäubung durchführen müssen, wenn sie im QS-System liefern wollen, bekämen Ferkelerzeugerbetriebe die Zusatzkosten nicht über höhere Ferkelpreise erstattet. Damit entsteht ausländischen Anbietern ein Wettbewerbsvorteil, so dass bis zu 35 Prozent der bayerischen und 26 Prozent der baden-württembergischen Ferkelerzeugung früher oder später aufgegeben würden.

Dies würde einen weiteren Marktanteilsverlust von 1,3 bis rund 3 Mio. Ferkel durch verstärkte Betriebsaufgaben in der Zuchtsauenhaltung bedeuten. Dabei dürften die Auswirkungen in Bayern stärker als in Baden-Württemberg sein, da ein beachtlicher Teil der Abnehmer durch den hohen Export weniger Wert auf eine bayerische bzw. deutsche Herkunft legt.

Hier der Link zum Download der Stellungnahme zu den möglichen Auswirkungen des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 in Süddeutschland. agt

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