21.Februar 2018

Landwirtschaft und Gesellschaft: Am Scheideweg?

Auszüge aus der Rede des DLG-Ehrenpräsidenten Carl-Albrecht Bartmer anlässlich...

Auszüge aus der Rede des DLG-Ehrenpräsidenten Carl-Albrecht Bartmer anlässlich der DLG-Mitgliederversammlung am 20. Februar 2018 in Münster/Westfalen:

Die heftigen Diskussionen um Glyphosat, um biotechnologische Züchtungsmethoden, um bisher unstrittige Verfahren in der Tierhaltung – ich denke an sogenannte nicht-kurative Eingriffe – sind Ausdruck einer neuen gesellschaftlichen Wahrnehmung, vermutlich auch gewisser ethischer Verschiebungen. Wir sollten das ernst nehmen! Diese Themen stehen klarer denn je auf der politischen Agenda, egal, welchen Koalitionsvertrag wir zu erwarten haben. 

Ja, es gibt eine Sorge um die Nachhaltigkeit unserer landwirtschaftlichen Systeme, und diese Sorge sollten wir ernst nehmen. Absehbar 10 Mrd. Menschen werden insbesondere die natürlichen Ressourcen eher mehr denn weniger beanspruchen, und so mancher Nutzungspfad von heute ist im Sinne der Generationengerechtigkeit nicht nachhaltig. 

Dabei ist wenig bekannt, dass der deutsche Agrarsektor viel nachhaltiger geworden ist, weil er ökologische Belastungen reduziert und gleichzeitig viel mehr erzeugt hat. So beweisen es die DLG-Nachhaltigkeitsberichte von 2014 und 2016. Moderne Landwirtschaft mit besserem Management, mit Fortschritten von der Sorte bis zur Land- und Stalltechnik waren dafür verantwortlich. 

Und genau deshalb hat der Begriff Nachhaltigkeit mehr Aufrichtigkeit und Stringenz in der Diskussion verdient. Diese in vielen Hochglanzprospekten und Debatten reichlich genutzte Worthülse, hinter der jeder seine Interessen verbergen kann, leidet unter einem fundamentalen Missverständnis: Instrumente und Maßnahmen werden mit Nachhaltigkeit gleichgesetzt, statt sich das Ergebnis, das „Gesamtkunstwerk“, anzusehen.

Wer sagt eigentlich, dass der Verzicht auf Glyphosat, auf Neonikotinoide, auf moderne Züchtungstechniken die Welt nachhaltiger macht? Wer belegt, dass Blühstreifen, Trockenrasen, Feuchtbiotope, Streuobstwiesen, ökologischer Landbau, quasi die Ikonen der Nachhaltigkeit, per se diese Ziele erreichen? 

Wir sollten sehr klar kommunizieren, dass Maßnahmen, Instrumente so wenig mit dem Ergebnis, also der Nachhaltigkeit, gleichgesetzt werden können wie Pinsel und Farbe mit einem van Gogh´schen Kunstwerk. Mit Pinsel und Farbe kann ich eine Menge Schweinerei anrichten, aber auch ein wogendes Ährenfeld malen, mit Glyphosat kann ich als wichtiges Element pfluglosen, erosionsmindernden, energiesparenden und biodiversitätsfördernden Ackerbau betreiben, aber es bekanntermaßen auch unsinnig gebrauchen. 

Und, diese Gesellschaft, die sich scheinbar alle Mühe gibt, sich von ihrer Landwirtschaft zu scheiden, diese Gesellschaft unterbreitet uns bei genauem Besehen ein wertvolles Angebot: Sie ist gebildet, kaufkräftig, sie ist immer weniger die amorphe Masse, die sich nach dem billigsten Commodity, dem austauschbaren Produkt drängt.

Ein Spiegel dafür sind die Produktdifferenzierungen des Handels. Dort am point of sale, dort zeigt sich eine neue Nachfrage: bio-orientiert, regional, immer mehr ausgerichtet auf Herstellungsprozesse, um durch Kreation neuer Produkte auf gesundheitliche, kulturelle Besonderheiten Rücksicht zu nehmen, zunehmend auch auf ethische Differenzierungen. Diese Plattformen können morgen mit verifizierten Sonderleistungen für Nachhaltigkeit Kundenwünsche bedienen und kaufkräftige Nachfrage auslösen. 

Hier der Link zur Rede Bartmers in voller Länge.
agt

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